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Sonntag, 2. Juni 2013

Isar-Hochwasser

Wochenlang schon bildet es eher die Ausnahme, daß ich mit dem Fahrrad unterwegs bin und trocken nach Haus komme. Vor allem in den letzten Tagen hörte es fast nicht mehr auf zu regnen, derart, daß die Flüsse mit den Wassermassen nicht mehr fertigwerden können und derart anschwellen, daß Katastrophen zu befürchten sind.

Heute wollte ich den durch die Stadt München fließenden Fluß anschauen. Ich wartete und wartete, in der Erwartung, daß der (zwar leichte, aber anhaltende) Regen aufhört, aber es gab keine Chance, es hörte nicht zu regnen auf. So entschloss ich mich am späten Nachmittag dazu, das Fahrrad zu nehmen (und - um bereits den Abschluß des Ausfluges vorwegnehmend- kehrte 2 1/2 Stunden später ziemlich durchnäßt zurück ...) und zur Brücke von Thalkirchen zu fahren, wenige Kilometer südlich der Münchner Stadtmitte; hier die Brücke von Süden aus gesehen:




Ich war nicht allein: wie man sieht gab es viele Leute mehr, die das Hochwasser zu sehen interessiert waren.

Von der Brücke aus nach Norden (flußabwärts) blickend die Isar so breit, wie ich sie nie zuvor sah:


Unter der Brücke das Ufer, an dem es in dieser Jahreszeit und allemal an einem Sonntag wie heute nach gebratetem Fleisch und Bratwürsten riecht:



Um diese Sperre kümmerte ich mich nicht (war dabei auch nicht der einzige) - bis es wirklich nicht mehr möglich war weiterzufahren, und ganz offensichtlich nicht der Schwäne wegen, die dabei waren, von der Fahrbahn Besitz zu ergreifen:



Weiter nach Norden in Richtung Stadtmitte fahrend gelangt man zur Braunauer Eisenbahnbrücke:

Jetzt versteht man gut die Festigkeit von deren Konstruktion (die man im Sommer, wenn der Fluß friedlich in seinem schmalen Bett dahinfließt, nicht ganz begreift).

Ein weiteres Mal kümmerte ich mich nicht um ein Durchfahrverbot, bis ich erneut dessen gewahr wurde, daß ich nicht weiterfahren konnte:
 
Schließlich das Stadtzentrum in Sicht: die Weideninsel (von der Insel bleibt wenig über ...), dahinter links die St. Maximilianskirche und rechts das Deutsche Museum:

Und noch einmal, aus der Nähe, das Deutsche Museum, auf einer Insel mitten im Fluß gelegen:

In diesen Augenblicken und angesichts der Wildheit, mit der der Fluß die Insel umtobt, bekam ich in Gedanken an all die Schätze, die dieses auf der Insel liegende Museum bewahrt, ein bißchen Angst ...

Dienstag, 29. Januar 2013

Städtisches Fundbüro

Diesen Morgen gehe ich zum Fundbüro der Stadt München (beinahe 1,4 Mio. Einwohner) um danach zu fragen, ob ein bestimmter Ausweis (nicht von mir) gefunden und abgegeben wurde. Man sagt mir: nichts gefunden. Ich bitte um eine schriftliche Bestätigung dafür, daß ich mich des Verlustes dieses Dokumentes wegen eingefunden habe, einschließlich des Bescheids, daß in diesem Fundbüro nichts davon angekommen ist.

Die Dame am Schalter, selbstverständlich sehr freundlich und aufmerksam, erklärt, daß zur Ausstellung einer solchen Bestätigung der Besitzer des verlorenen Dokuments persönlich erscheinen und sich mit einem anderen geeigneten Dokument legitimieren muß.

Umso besser, daß heute Dienstag ist und der Nachmittag für das erforderliche Verfahren zur Verfügung steht:
  

Nun gut, vor 15 Uhr präsentieren wir (ich und die vom Ausweisverlust betroffene Person) wieder im Fundbüro. In Ordnung, sagt uns die Dame am Schalter, die gleiche vom Vormittag und mit der gleichen Freundlichkeit - wir möchten bitte warten, daß man uns hereinruft.

In diesem Augenblick standen in der Warteschlange 2 Personen vor uns. Aber die Wartezeit schien nicht enden zu wollen - gut, um ehrlich zu sein: es dauerte fast anderthalb Stunden. Die Erklärung für die Verzögerung findet sich in diesem Hinweis, der neben der Tür befestigt war, die in das Büro führt in der unsere Angelegenheit zu bearbeiten war:



Klar, daß uns dieses Verständnis nicht abgeht! Und mehr noch, weil ich so die Zeit zu nutzen vermochte, um ein bißchen mehr zu sehen und zu verstehen, wie eine solche Einrichtung wie das Fundbüro funktioniert.
Bei der internen Organisation der Verluststücke nahm ich (mindestens) vier Bereiche wahr:
  • Schlüssel
  • Fahrräder
  • Oktoberfest (Wies'n)
  • Alles Übrige

Schlüssel


An der Wand des Flurs neben dem Schalter gibt es mehrere Tafeln. Dort sieht man, nach Monaten geordnet und nur für die letzten 3 Monate, alle verlorengegangenen und noch nicht abgeholten Schlüssel.

Die Tafel vom Dezember:


erscheint seltsamerweise nicht so dicht bestückt wie die des Monats Oktober:


Der, der kommt und am Schalter nach seinem verlorenen Schlüssel fragt, der wird ohne sich weiter ausweisen zu müssen zu diesen Tafeln geschickt, um dort den von ihm gesuchten Schlüssel zu finden. Zunächst einmal sah ich dieses Verfahren als etwas riskant an, aber nach ein wenig Nachdenken schien es mir doch in Ordnung zu sein: Welche Möglichkeiten hat ein Übeltäter vor dieser Anhäufung von Schlüsseln von Autos, von denen er nicht weiß, wo sie stehen, und von Schlüsseln von Wohnungen, deren Adresse er nicht kennt?

Außerdem (siehe unten den Text auf rotem Papier) wird auch klar und deutlich gesagt, was man zu tun (und nicht zu tun) hat:




Wies'n

Das Oktoberfest endet Anfang Oktober. Es ist anzunehmen, daß zu jenem Zeitpunkt die diesem Ereignis des vergangenen Jahres dichter mit Schlüsseln besetzt waren:


Aber klar, bei jenem gigantischen Fest gehen nicht nur Schlüssel verloren; es gibt noch ein anderes Lager von bei jener Gelegenheit verlorenen Fundstücken, zu dem der Weg gut gekennzeichnet ist:



Fahrräder

Die Eigentümlichkeit dieser Gattung von Objekten ist, daß man sie normalerweise nicht verliert, sondern daß man sie dadurch verliert, daß sie gestohlen werden. (Obgleich es auch denjenigen gibt, der sein Fahrrad an irgendeiner Stelle des Stadtzentrums abstellt und sich hinterher nicht mehr an diesen Platz erinnert und sich drum gezwungen sieht, sein Fahrrad als verloren anzusehen).

Der Tatsache entsprechend, daß die Hauptursache des Verlustes eines Fahrrads ein Diebstahl bildet, tritt bei dieser Angelegenheit die Polizei in Erscheinung, die im Gebäude des Fundbüros sowohl den Keller:



als auch den 1. Stock beansprucht, um all die Fahrräder lagern zu können, die sie besitzlos in der ganzen Stadt findet:


Auch hier fehlen die Instruktionen dazu nicht, wie vorzugehen ist, wenn jemand das Glück hat, in der Fülle der gelagerten Fahrräder das gefunden zu haben, das er vermißt:


Der, der für diese Sammlung von Fahrrädern zuständig ist, hat, zwischen den verschiedenen Räumen seines Lagers hin und her laufend, viel zu tun:


Alles Übrige

Ich hatte keine Zeit, noch mehr herumzuschnüffeln, ebensowenig fühlte ich mich hinreichend legitimiert, meine Nase in die entsprechenden Lagerbereiche zu stecken ...

Mittwoch, 9. Januar 2013

Großmarkthalle München

Vom Stadtzentrum mit dem Fahrrad nach Hause fahrend bin ich viele Male am Großmarkt Münchens vorbeigefahren, einem der größten Großmärkte Europas, nur wenig kleiner als die größten Europas, der Großmarkt in Paris und der Unidad Agroalimentaria genannte Markt Barcelonas.- Münchens Großmarkthalle wurde 1912 eingeweiht, das heißt: er wurde im vergangenen Jahr ein Jahrhundert alt.

Dieses Mal fuhr ich ohne Eile und entschloß mich, durch das Großmarktgelände zu fahren. Es überraschte mich die Ruhe - mehr als Ruhe: ich war bei den Runden, die ich mit dem Fahrrad zwischen den Gebäuden und die Photographien machend, die im Anschluß zu sehen sind, drehte, beinahe allein. Gut, das Verkaufsgeschäft beginnt auf diesem Markt um 5 Uhr 30 in der Frühe, und zu der Zeit, zu der ich ankam, etwa 20 Minuten vor 2 (an einem Mittwoch) war das Geschäft offensichtlich beendet, ebenso wie fast auch schon das Aufräumen und die Reinigung.

In einem Bereich des Geländes gewahrte ich nicht weniger als 4 Plätze, die sich (von Zwiebeln, Kartoffeln usw. abgesehen) dem Handel mit Knoblauch widmen - einer Zutat, die man am wenigsten mit Vorlieben in Deutschland in Verbindung bringt:
Vier Hallen bilden das Herz der Großmarkthalle. Alle wurden im letzten großen Krieg (1943) stark zerstört; nach dem Krieg wurden sie - soweit möglich - wiederhergestellt, wobei Halle 1 am meisten dem alten Zustand nahekam.

Beginnen wir mit Halle 4:
und mit den Halbreliefs, die die seitlichen Eingänge krönen:
Weitere Halbreliefs, die dem Schmuck der Eingänge zu Halle 3 dienen:
Einzelheiten eines der seitlichen Eingänge (hier der Halle 2):
und die Halbreliefs, die auch hier nicht fehlen::
Schließlich die Halle 1, die mit dem meisten Aufwand und Bemühen in der Nachkriegszeit wiederhergestellt wurde:
Nach dem Jahrhundert ihres Bestehens ist die Zukunft der Großmarkthalle ungewiß. Sicher ist allerdings, daß die Halle 1 überdauern wird, wie auch immer die Entscheidungen der zuständigen Gremien ausfallen werden, und zwar des Umstandes wegen, daß diese Halle unter Denkmalschutz steht.

Mittwoch, 11. Januar 2012

Städtische Friedhofsverwaltung oder Städtische Friedhöfe München

Einmal mehr übertrifft die Realität das, was ein Kabarettist zu ersinnen in der Lage ist:

Vom 9. Januar 2012 ab nennt sich das, was bis zu jenem Zeitpunkt Städtische Friedhofsverwaltung hieß, Städtische Friedhöfe München. An sich keine große Nachricht, aber mich nach dem Warum dieser Umtaufung fragend stocherte ich ein wenig im Netz der Netze herum und fand nichts außer der Wiederholung der Tatsache, ohne eine Erklärung der Namensänderung.

Bis das wöchentliche ziemlich unbedeutende Gratis-Blatt (gratis, weil wenig mehr als Träger von Werbung) des Viertels Hallo München ins Haus kam - und dort fand ich diesen Artikel:

Und in dessen Text kommt die Erklärung: Katrin Zettler vom Referat für Gesundheit und Umwelt, zu dem die Friedhofsangelegenheiten gehören, sagt:

"Der Name soll moderner wirken"; damit soll der Dienstleistungscharakter hervorgehoben und der Verwaltungscharakter abgelegt werden.

Folglich muß alles neu gestaltet werden: das Briefpapier, die Faltblätter und Prospekte wie auch - was am teuersten gewesen sein wird - das Signet, das seltsamerweise äußerst stark dem des sozialen Netzes Facebook ähnelt:

Samstag, 26. März 2011

Fukushima mahnt: Kernkraftwerke jetzt abschalten!

Große Demonstrationen (in Berlin, Hamburg, Köln und München) für die Abschaltung der Kernkraftwerke, jetzt mehr als zuvor, angesichts des Desasters beinahe apokalyptischen Ausmaßes, das sich in Japan ereignet hat.

Ich ging zur Kundgebung in München, organisiert von einem Bündnis der SPD, der Grünen und anderer politischer und Umwelt-Organisationen. Zu dieser Anti-Kernkraft-Demonstration hatten auch der  DGB sowie die Kirchen aufgerufen.



Nach einem recht frühlingshaften Vormittag schlug eine halbe Stunde vor Demonstrationsbeginn das Wetter in fataler Weise um: Regen und Temperatursturz, was die Teilnahme etwas geringer ausgefallen gelassen haben wird. Aber sogar so wird es in München etwa 40000 Teilnehmer gegeben haben.

Dienstag, 1. März 2011

Keine Winterolympiade 2018 nach München!

4 Tage lang hält sich eine Delegation des IOC (Internationales Olympisches Komitee) in München und seiner Umgebung auf, um sich eine Vorstellung von der Bewerbung Münchens zu verschaffen, die olympischen Winterspiele 2018 abzuhalten. Die Delegation dieses Komitees recht undurchsichtiger Legitimation und einer seit der Präsidentschaft von Juan Antonio Samaranch (1980-2001, bis zum Schluß überzeugter Anhänger von Franco) sattsam bekannten kommerzieller Orientierung empfängt die Ehren, die normalerweise den Besuchen von Regierungschefs vorbehalten sind: zum Beispiel reiste von Berlin aus die Kanzlerin Merkel zum Bankett in München an.

Wer will, daß dieses Spektakel in der Hauptstadt Bayerns stattfindet? Der Bürgermeister der Stadt (klar, Stadtmarketing geht vor, koste es an Millionen was es wolle ...), von der SPD, und mit ihm die Fraktion dieser Partei im Stadtrat; ferner die CSU/FDP-Regierung von Bayern.

Und wer ist dagegen? Die Linke und Die Grünen; letztere aber nicht auf allen Ebenen: auf Bundesebene und im Land Bayern sind sie dagegen, aber die Grünen die an der Regierungskoalition im Stadtrat Münchens teilnehmen, sind dafür - die Lust, auch weiterhin an der Macht in der Stadt teilzuhaben, zwingt dazu ...

Zu wissen, was die Bevölkerung will, ist schwierig. Es gibt eine kräftige Kampagne zugunsten des olympischen Theaters; den städtischen und staatlichen Instanzen fehlt es nicht an Geld dafür, für das Event zu werben - Mittel, über die die Ökologisten nicht verfügen, die sich um den Umwelt- und Naturschutz kümmern.

Hier Bilder der heutigen winzig kleinen Demonstration auf dem Münchner Marienplatz, eine Stunde vor einem Treffen von 45 Minuten die man ihnen einräumte, um dem IOC ihre Einwände darzulegen:


Umgünstig ist, daß es nur drei Städte gibt, die das fragliche Großereignis ausrichten wollen:: Annecy (Frankreich), Pyeonchang (Südkorea) und München. Gut ist, daß man über die Presse mitbekommt, daß Pyeonchang über einige Vorteile verfügt, die die Hofnung wachsen lassen, daß München verschont bleibt.

Dienstag, 22. Februar 2011

Skifahren bei Temperaturen bis zu 35 Grad

Der Wittelsbacher Platz ist einer der architektonisch interessantesten und schönsten von München. Als man mir erzählte, daß auf diesem relativ kleinen Platz eine Skipiste aufgebaut wurde, wollte ich es nicht glauben.

Aber doch, es war wahr. An diesem Platz das Großunternehmen Siemens hat einen seiner Verwaltungssitze, und es setzte sich in den Kopf, vor dessen Pforten eine Schneepiste von 12 m Höhe und 40 m Länge zu errichten, das heißt: für die für diese Installation vorgesehene Zeit (4 bis 20. Februar, parallel zur eine gute Bahnstunde südlich stattfindenen Skiweltmeisterschaft) die Ästhetik dieses Platzes auszuschalten.

Es gab Opposition gen dieses Vorhaben von Siemens, aber am Ende setzte es sich durch (der Handlungsraum, über den die Politik und die öffentliche Verwaltung verfügt, ist durch das definiert, was die Großindustrie zuläßt): Derart, daß die Leute während etwas mehr als zwei Wochen (zum Glück gratis ...) sich wintersportlich betätigen konnten, und das trotz während einiger der Tage herrschenden frühlingshaften Temperaturen; der Maschinenpark war in der Lage, für den Schnee zu sorgen:

Siemens rühmt sich, für den erforderlichen Schnee bei Temperaturen bis hin zu 35 Grad sorgen zu können. Was all das dem Unternehmen gekostet hat, will es nicht sagen. Behauptet aber daß das ganze Spektakel zu 100 % klimaneutral sei (ich lese es in der Presse; vielleicht ist es deren Schuld, daß sie nicht wissen läßt, was Siemens mit dieser Versicherung meint).

Als ich heute am Ort ankam, den zweiten Tag nach Schluß der Aktivitäten, wollte es der Zufall, daß die frühlingshaften Temperaturen früherer Tage heftiger Kälte, Temperaturen unter Null, gewichen waren, derart, daß, um den ganzen Klimbim wieder abzuräumen, die Leute ziemlich hart arbeiten mußten:

Was ich nicht verstand, das war dieses Vorgehen, mit einer Maschine, die eher dazu zu dienen schien, Schnee auf eine Piste zu streuen: