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Samstag, 29. September 2012

Apothekenöffnungszeiten

Ich muß etwas in der Apotheke kaufen. Die nächstgelegene ist die von Campo de San Pedro, 8 km entfernt. Welch Überraschung, als ich kurz nach elf eintreten möchte und mitkriege, daß sie geschlossen ist!





Mit dieser Erklärung für die Aussetzung der Dienstleistungen::





Klar, wir alle wissen, daß, wenn ein lokales Fest in einem Ort stattfindet, dort die industrielle und geschäftliche Aktivität teilweise gelähmt ist; aber: in Campo de San Pedro gibt es derzeit überhaupt kein Fest!


Anzuerkennen ist, daß der Verpflichtung des Nachweises einer diensthabenden Apotheke genügt ist:





Nach Sepúlveda sind es 26 km. Weiterer Gründe wegen riskiere ich, mein Apotheken-Glück in kürzerer Entfernung zu suchen, im nur 19 km entfernten Ayllón zu suchen -  dort aber findet derzeit wirklich das Fest des Ortes statt!


Groß ist die Überraschung, daß die Apotheke in Ayllón tatsächlich geöffnet ist:






Die Bekanntmachung an der Tür sagt: Durante estas fiestas esta farmacia abrirá el viernes y el sábado por la mañana de 10 a 2. Viernes tarde y sábado tarde cerrado. (Während diesen Festes wird diese Apotheke am Freitag und am Samstag von 10 bis 14 Uhr öffnen. Freitag nachmittag und Samstag nachmittag bleibt sie geschlossen)

Samstag, 22. September 2012

Nordosten der Prov. Segovia gegen Abbau der medizinischen Versorgung

Sich von Westen (auf der Straße von Aranda de Duero) Ayllón nähernd bemerkt man auf der Stadtmauer ein recht großes Transparent:

Ein Arzt für 51 Ortschaften S.O.S.

Einmal im Ort stößt man überall auf das, was den Hintergrund der Angelegenheit bildet:

Ab 1. Oktober werden wir keinen ärztlichen Notdienst in Ayllón haben
(Wir werden zum Notfallzentrum in Riaza fahren müssen)
Lassen wir es nicht zu, daß man uns das nimmt, was uns gehört!


Noch hängt ein Plakat, das zu einem Treffen aufruft, das vorgestern stattfand:

Gegen den Abbau der medzinischen Versorgung im ländlichen Raum
Vom 1. Oktober ab werden die ärztlichen Notfalldienste
 in Ayllón und Boceguillas nur von 8:00 h bis 22:00 h in Bereitschaft
 und die ganze Nacht geschlossen sein.
Für unseren Bezirk können wir der Schließung
 der Punkte ständiger Bereitschaft nicht zustimmen,
 weswegen wir zu einem Informationstreffen aufrufen. ...

Und viele andere Aushänge gibt es, die für heute zu einer Kundgebung auffordern - das heißt, daß wir rechtzeitig gekommen sind:

Samstag, 22.9., rufen wir für 20:00 h
alle Bewohner(innen) dazu auf, auf dem Hauptplatz
mit Kochtöpfen, Pfannen und all den Objekten,
die sich dazu eignen, Lärm zu machen,
um alle zusammen zur Sanitätsstation zu gehen.
BLEIBT NICHT WEG!!!

 Eine halbe Stunde vor 20 Uhr beginnt sich die Plaza Mayor (der Hauptplatz) Ayllóns zu füllen:

Bis sich die Menge auf den Weg zur nahegelegenen Notfall-Ambulanz macht:


Notfall-Ambulanz
 

Die Plataforma contra la degradación de la sanidad en el medio rural (Plattform gegen den Abbau der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum) faßt in einer (mit dem heutigen Datum - 22.9.2012 - datierten) Presseerklärung das Ergebnis dieser Kundgebung zusammen:

MÁS DE 1000 PERSONAS SE CONCENTRAN EN AYLLÓN PARA HACER RUIDO CONTRA LA SORDERA DE LOS RESPONSABLES SANITARIOS

 Ayllón ha sido la localidad responsable de acoger la primera convocatoria de dinamización masiva de la zona Nordeste de Segovia, contra el cierre del Servicio de Urgencias nocturnas de la villa y la reducción de un médico en el Centro de Salud de Riaza.

 Más de 1000 Personas, acompañadas de sartenes, latas, cazuelas y distintos elementos sonoros se concentraron en la tarde del pasado sábado 22 de septiembre en la bella Plaza Mayor de Ayllón, y llegaron hasta el Centro de Atención Primaria a unos 400 metros de distancia, con pancartas reclamando una sanidad para todos con justicia y equilibrio.

La población, que demanda el derecho a una sanidad de calidad de su zona, llevará a cabo a través de distintas dinamizaciones, protestas contundentes por la decisión del cierre de las urgencias nocturnas tomada por el Consejero de Sanidad. La Plataforma Contra la Degradación Sanitaria en el Medio Rural, ha hecho camisetas, pegatinas y pancartas informadoras. Por otro lado, pretende realizar una concentración masiva en las puertas de la Consejería de Sanidad en Valladolid para entregar todas las firmas recopiladas a lo largo de estos días en la comarca afectada.

La Plataforma, que ha creado su propia página en Facebook, cuenta ya con más de 750 miembros y busca el apoyo de todos los ciudadanos que de un modo u otro están integrados y conocen de cerca las zonas rurales que por desgracia en este caso, están deprimidas, desfavorecidas, apartadas y enterradas.

Cabe destacar que este recorte desproporcionado propuesto por el Consejero de Sanidad Antonio Sáez Aguado, si no se hace nada por evitarlo, afectará a 51 pueblos de la zona Nordeste de Segovia. La distancia de dichas poblaciones al hospital de la capital Segoviana es de aproximadamente 100 km de distancia.

Contacto: sanidadruralsegovia@gmail.com
                      653776680/626402226

MEHR ALS 1000 PERSONEN VERSAMMELN SICH IN AYLLÓN,  UM GEGEN DIE TAUBHEIT DER FÜR DAS GESUNDHEITSWESEN ZUSTÄNDIGEN KRACH ZU SCHLAGEN

Ayllón traf die Zuständigkeit für den im Nordosten der Provinz Segovia ersten Aufruf zur Mobilisierung des Widerstands gegen die Schließung des nächtlichen Notfalldienstes in Ayllón und seine Reduzierung auf einen Arzt im Centro de Salud in Riaza.

Mehr als 1000 Personen, begleitet von Pfannen, Büchsen, Töpfen und verschiedenen weiteren Tonträgern versammelten sich am Abend des Samstags,  22. September, auf der schönen Plaza Mayor von Ayllón und gelangten bis zum etwa 400 m entfernt gelegenen ärztlichen Erstversorgungszentrum, mit Spruchbändern, die eine durch Gerechtig- und Gleichmäßigkeit für alle gekennzeichnete medizinische Versorgung verlangten.

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Sonntag, 31. Juli 2011

Mittelalterfest in Ayllón

Die Mittelalterfeste und -märkte bleiben in Mode. Gestern und heute findet dieses Ereignis in Ayllón statt:

Dieses Mal eignet sich ein historisches Ereignis dazu, diesem Fest zu mehr Inhalt und zu mehr Hintergrund zu verhelfen: man begeht die 600. Wiederkehr des Tages, an dem im Oktober 1411 der Vertrag von Ayllón unterschrieben wurde: "... in Ayllón treffen sich die Regenten von Kastilien mit der portugiesischen Abordnung, um einen bedeutenden Friedensvertrag abzuschließen. In ihm verspricht der König von Kastilien, auf seinen legitimen Anspruch auf den portugiesischen Thron zu verzichten, obgleich das nicht das letzte Mal sein würde, daß sich Kastilier und und Portugiesen in die Augen sehen ..." (zitiert nach einem von der Asociación Cultural Ayllón Medieval herausgegebenen Prospekt).

Der Markt mit einer Vielzahl von Ständen und Farben, und durch seine Straßen ziehen die, die mit ihrer Musik für den akustischen Hintergrund sorgen:
Selbstverständlich fehlt die Schänke nicht, in der man für einige Maravedis sich am Bier oder am Wein erfreuen kann, leider auf wenig mittelalterliche Weise in Plastikbechern serviert:
Die zwei von mittelalterlichen Lüften durchwehten Festtage wurden mit einem Konzert einer Gruppe aus der Provinz Segovia abgeschlossen, die seit Jahrzehnten für kastilische Folklore steht und die garantiert, daß der Platz bis an die Grenzen vom Publikum gefüllt wird:




Samstag, 2. Oktober 2010

Furchteinflößende Stiere in Ayllón

Ayllón befindet sich in Feststimmung:

Und selbstverständlich bilden Stierkämpfe einen festen Bestandteil der Festlichkeiten:

Für heute sind nichts weniger als furchteinflößende Stiere - terroríficos toros - angekündigt worden:

Das lasse ich mir nicht entgehen, zumal es nach Ayllón recht nah ist.- So schön wie letztes Jahr war die jetzt aufgebaute Arena nicht:

Mein Platz war strategisch günstig gelegen: von der ersten Reihe aus sehe ich vor mir die für den Stierkampf getroffenen Vorkehrungen, zum Beispiel die capotes, die griffbereit für diejenigen bereitliegen, die anschließend mit ihnen agieren müssen:

Links von mir die "Ehrendamen (damas de honor)", schöne junge Frauen aus dem Ort:

Hinter mir, auf den Plätzen just unterhalb der Tribüne des Präsidiums, die Pressevertreter:

Zu Beginn des Stierkampfereignisses werden alle daran Beteiligten dem Präsidium vorgestellt:

Der zweite Stier (von insgesamt sechs) war alles andere als furchteinflößend; er war schon beim tanteo (der ersten Phase des Stierkampfes, bei der nur - ohne in Kampfhandlungen einzutreten - versucht wird, den Stier kennenzulernen) kaum in der Lage, sich auf seinen Beinen aufrechtzuerhalten:

Es tat einem leid, das arme Tier zu sehen, absolut ungeeignet für das Ritual des Stierkampfes.

Was mich überraschte, war, daß dem traurigen Schauspiel schließlich dadurch ein Ende gesetzt wurde, daß man das Tier vor dem ganzen Publikum mit einem Dolchstich tötete.- Einige Wochen zuvor erlebte ich ebenfalls die Situation, daß ein Stier nicht für den Stierkampf geeignet war, obgleich er längst nicht so hilflos wie der von heute war, und damals trabten cabestros (weniger wilde Artgenossen des Stiers) in die Arena, die den Stier heraus und zurück in den Stall führten.

Aber im übrigen war der Verlauf des Stierkampfes normal und spannend, mit Stieren die, sofern sie schon nicht furchteinflößend waren, sich doch zumindest in vielen Augenblicken furios gebärdeten, so, wie man es von ihnen in diesem Ambiente erwartet:

Samstag, 26. September 2009

Stierkampf in Ayllón

Im Rahmen des Festes von Ayllón gibt es Stierkämpfe:

Ich besuche den ersten, in dem es um toros bravos novillos geht, um Stiere also, die, wie man mir sagte, 150 oder 100 kg weniger als ganz richtige Stiere (die toros bravos) wiegen und wo die Stierkämpfer nicht ihr traditionelles Kostüm tragen, das offensichtlich dem authentischen Stierkampf mit "vollwertigen" Stieren toros bravos reserviert ist.

Ayllón verfügt nicht über eine Stierkampf-Arena wie die, die es in vielen größeren Städten gibt. Deshalb gilt es, eine mobile Arena aufzustellen, die recht reizvoll aussieht:

Ich trat recht früh in die Arena ein und beobachtete von den oberen Rängen aus das, was sowohl drinnen als auch draußen geschah.

Vor dem Eingang sieht man die beiden Fahrzeuge des medizinischen Notdienstes, falls etwas passiert ...- Einige der Leute, die zum Platz eilen, versammeln sich in Cliquen, die sich zum Beispiel durch die in ihrer Kleidung vorherrschende Kleidung (hier gelb) definieren:

In der Arena hat schon das offizielle Orchester Platz genommen, das dafür zuständig ist, den Stierkampf musikalisch zu begleiten:

Zuzugeben ist, daß sie es schwierig haben werden. Denn viele der Cliquen, die in die Arena kommen, bringen ihr eigenes "Orchester" mit, derart, daß es in der Arena schließlich ein halbes Dutzend von Orchestern gibt, die während der ganzen Zeit, die der Stierkampf dauert, auf ihren Instrumenten spielen, ohne sich um die anderen Musikgruppen zu kümmern.

Der erste der Stiere tritt ein, mit der ihm eigenen Wut oder schlicht sich darüber freuend, daß man ihn aus seinem beengten Stall freiläßt - je nach dem, wie man es sieht:

Nachdem man ihn einige Zeit damit unterhalten hat, Runden über den Platz zu drehen, indem man ihn dazu durch das Schwenken von roten Tüchern (den capotes) bewegt, kommt es zur Aktion: die banderilleros stechen ihre banderillas in den Rücken des Tieres:

Ich gebe zu, daß von den Phasen des Stierkampfes diese Aktion der banderilleros diejenige ist, die mir am meisten Furcht einflößt.

Danach beginnt die Arbeit des torero, der sich zunächst eine Zeit lang mit dem Stier auseinandersetzt, ihn so von allen Seiten kennenlernend:

Auffällig ist das offensichtliche Desinteresse eines Teils des Publikums: es entspricht dem Umstand, daß viele, und vor allem die, die in Cliquen gehen, aus Jux zum Stierkampf kommen, mehr um an einem gesellschaftlichen Ereignis teilzunehmen als an dem eigentlichen Fest des Stierkampfes, dabei dem Lärm ihrer Musikinstrumente mehr Aufmerksamkeit widmend als dem Einsatz des Stierkämpfers.- So beobachtete ich es auf kleinen Plätzen - auf den großen (wie denen von Madrid und Sevilla usw.) ist es, so erzählte man mir, anders.

Der Vorteil der mobilen Stierkampfarenen besteht andererseits darin, daß man, weil sie so klein sind, das, was vorgeht, viel besser, weil näher, sieht, wie zum Beispiel diesen Augenblick, in dem der Torero sich darauf konzentriert, seinem Gegner den Todesstoß zu versetzen:

Falls er trifft, das Sterben des Tiers damit ein schnelles Ende findet, gibt es seitens des Publikums großen Applaus, durch das Schwenken von weißen Tüchern zum Ausdruck gebracht:

Falls die Präsidentschaft der Veranstaltung mit der Einschätzung des Publikums übereinstimmt, gewährt man dem Torero die Ehre, in Begleitung seiner Mannschaft eine Runde in der Arena zu drehen:

Sobald dieser sozusagen offizielle und festliche Teil des Tötens des Stiers vorüber ist, geht es darum, ihn herauszubringen, um für den nächsten Platz zu machen:

Draußen wird der vorher immerhin noch - Ausdruck eines minimalen Respektes - von einem Pferd gezogene Tierkadaver der Schaufel einer Baumaschine überantwortet, die ihn zum Lieferwagen des Metzgers schafft, der anschließend mit dem Verkauf des unter Fleischliebhabern recht geschätzten Stierfleisches (carne de lidia) sein Geschäft machen wird: