Täglich gibt es von 5:54 h bis 19:12 h mindestens alle 2 Stunden Zugverbindungen von Ulm zur Donauquelle und darüberhinaus, nach Neustadt im Schwarzwald, von wo aus in wenig mehr als einer halben Stunde der Zug in die Rheinebene herunterfährt und Freiburg erreicht.
Wir beschlossen, in Munderkingen, etwa eine halbe Bahnstunde hinter Ulm, auszusteigen, um dort mit dem mitgeführten Wein, Käse und Schinken neben einem Brunnen, den man in solch einer kleinen Stadt erwartet, zu Mittag zu essen und 2 Stunden später den nächsten Zug nach Donaueschingen und in den Schwarzwald zu nehmen.
So gab es also Zeit, die Stadt Munderkingen etwas kennenzulernen, eine Stadt, von der ich nie vorher etwas gehört hatte, die aber nichtsdestotrotz sehr reich an sehenswerten Dingen ist.- Gleich zu Beginn sieht man eine Pflanzung des für die Bierproduktion zentral wischtigen Hopfens:
Ansonsten hat diese Stadt alles, was auch so viele andere deutsche Städte dieser Charakteristik haben - einen zentralen Platz mit Brunnen, Fachwerkhäuser etc.:
Schließlich die St.-Dionysius-Kirche mit einem Seiteneingang
... ein vom Körper abgetrennter Bischofskopf, der von einem anderen Bischof auf einem Buch serviert wird - was mir als Bibliothekar sogar noch weniger gefällt. (Bis jetzt vermochte ich noch nicht zu ermitteln, welche Legende hinter dieser Darstellung steht).Nach dieser Pause geht es zurück zum Bahnhof, der sehr großzügig angelegt und sogar noch (am Schalter) von einer Person bedient wird, der aber ansonsten bereits leicht vernachlässigt ist:
Der Bahnhof wurde vor 138 Jahren erbaut, d.h. 1870:
Hier beginnt die Vernachlässigung:
Die Öffnungszeiten des Schalters sind arg fragmentiert, und um in den Bahnhof zu gelangen, reicht nicht mehr die hergebrachte Eingangstreppe, die sich vor 138 Jahren der Architekt ausgedacht hatte.Die Bahnhofshalle (zugleich Wartesaal) ist wenig einladend, aber zuzugeben ist, daß es nicht wenige Bahnstationen gibt, die entweder überhaupt keinen Raum dieser Art besitzen oder die noch viel schäbiger sind:


Was tröstet und mit den Umständen versöhnt, ist, daß der Zug am Ende mit einer erträglichen Verspätung dann doch kommt: