Mittwoch, 1. August 2012

Auf dem Weg nach Segovia: Halt in Turégano

Ich habe das Pech, daß mein Augenarzt in Riaza (30 km entfernt) seine Praxis geschlossen hat; als Alternative empfahl man mir einen Augenarzt in Segovia. Gut, aber der Nachteil ist, daß Segovia beinahe 100 km (von Maderuelo) entfernt ist.

Zum Glück gibt es nach zwei Dritteln der Strecke Turégano, ein Platz, der sich dazu eignet, sich die Beine zu vertreten und einen Kaffee zu trinken. Bei einem Rundgang durch den Ort entdeckt man recht nette Winkel:







Zum Abschluß des Spazierganges und vor der Fortsetzung der Fahrt schließlich der Kaffee (oder was auch immer) in einer Wirtschaft mit der Aura eines Lokals, das zu früheren Zeiten als Casino diente:





Donnerstag, 5. Juli 2012

Pico de la Buitrera

Ausflugstag: Aufstieg zum Pico de la Buitrera (2046 m), in der Sierra de Ayllón gelegen. Mit Autos ging es zunächst zum Puerto de la Quesera, auf der Höhe von 1700 m.

Sich gegen 9:30 h für den Aufstieg zurechtmachend, erlitt die 6-köpfige Mannschaft den recht kalten Tag, mit Wolken und kaltem Nordwind. Was machts's? Der heutige Wetterbericht sieht gut aus, deshalb rechnen wir damit, daß wir in ungefähr anderthalb Stunden unter den Strahlen der Sonne schwitzen werden.

Beim Aufstieg eine Begegnung mit Kühen, die mir keine Furcht mehr einflößten, da ich nicht allein war und die Tiere mehr Angst vor den Personen zu haben schienen als wir vor ihnen - sie machten freiwillig den Weg frei.

Den Wolken nah setzten wir unsere Wanderung fort:


bis gegen halb zwölf die Zeit für's zweite Frühstück gekommen war, unter unveränderten Wetterbedingungen, drum einen Platz hinter aufragenden Felsen suchend, der halbwegs vor dem Angriff des anhaltenden Nordwindes schützte.:


Ruhepause auf 1882 m Höhe nach einem Weg von 4,2 km mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit (in Bewegungsphasen) von 2,8 km; Bewegungsdauer: 1,3 h, Zwischenhalte von insgesamt 53 Minuten:


Das Wetter fuhr fort, sich höchst unerfreulich zu zeigen; der derart vielen Wolken wegen kein Blick auf die Gipfel, die unser Ziel bildeten; gerade mal war der Pfad zu erkennen, dem wir folgen mußten:


Bis schließlich gegen 2 Uhr der Gipfel, der Pico de la Buitera, erreicht war:


In jenen Augenblicken gelingt es auch der Sonne, die Situation zu beherrschen, derart, daß der Abstieg unter besseren Vorzeichen erfolgen kann:


und vor allem die Mittagspause um 4 Uhr:


Nach der Rückkehr des Sommerwetters war der weitere Abstieg eine reine Freude, zum Beispiel diese seltsamen Felsbildungen vor Augen, die entfernt an verlassene Städte anderer Kontinente denken lassen:


Freitag, 29. Juni 2012

Ceret (Céret): Stierkampf!

Mit dem Auto von München zurück nach Spanien: Viel erregt die Aufmerksamkeit, die Lust, mal in Ruhe zu schauen, die Notwendigkeit aber, Kilometer zu fressen, erlaubt es nicht. Eine der seltenen Ausnahmen: in Südfrankreich in Céret (katalonisch: Ceret; Languedoc-Roussillon, Département Pyrénées-Orientales, Nord-Katalonien; am Fluß Tech gelegen) veranlaßt diese öffentliche Kundgebung der Stierkampf-Begeisterung einen Halt:


Überraschend, da in Süd-Katalonien (das Katalonien, das zu Spanien gehört) der Stierkampf seit einigen Monaten verboten ist.

Später erfuhr ich, daß es in Ceret eine andere und bedeutendere Brücke gibt, die es wirklich verdient hätte besucht zu werden, aber nun gut - man verzeihe mir ...

Samstag, 23. Juni 2012

Von Gap nach Malbuisson

Die heute zurückzulegende Strecke (von der französischen Stadt Gap - 100 km südlich von Grenoble - bis Malbuisson - 100 km nördlich von Genf) ist nur 380 km lang. Deshalb reicht die Zeit zum Genießen der wunderschönen Landschaften der Ausläufer der französischen Alpen.

Leid, im dichten Netz der Autobahnen eingezwängt zu sein


und all das nur aus dieser Perspektive zu sehen, ohne dort anhalten zu können, wo es am schönsten ist,
 

war es möglich, sich auf Straßen zweiten oder dritten Grades fortzubewegen, die Eindrücke wie diese erlaubten:

Freitag, 22. Juni 2012

Antonio Machado starb in Collioure

Von Figueras Richtung Mittelmeer, das auf der Höhe von Llança erreichend. Der Küste entlang nach Port Bou und zur französischen Grenze fahrend gibt's einige tolle Ausblicke:


So sehr es auch schmerzt: in Port Bou gibt es keinen Halt, weil der letzte Besuch im vergangenen Jahr nur kurz zurücklag. Aber einige Kilometer weiter nördlich, bereits in Frankreich, in Collioure, steht die Suche nach dem Friedhof und dem Grab von Antonio Machado und seiner Mutter (die wenige Tage nach ihm starb) auf dem Programm, die dort im Februar 1939 starben:


Die Fahne des anderen Spaniens, die der Republik, deren Verteidiger Machado bis ans Ende seiner Tage war, fällt ins Auge.- Am Fuß der Grabstelle diese Tafel:


Dies ist die letzte Strophe eines Gedichts ohne Titel, das Antonio Machado 1908 schrieb.

Mein Versuch der Übersetzung ist folgender:
Und wenn der Tag der letzten Fahrt da ist,
und das Schiff zum Ablegen bereit, das nie zurückzukehren braucht,
werdet ihr mich mich an Bord mit leichtem Gepäck finden,
fast nackt, wie die Meereskinder.
Vor Fortsetzung der Reise (das Ziel des heutigen Tages ist Gap (100 km südlich von Grenoble), und nur gut, daß man in diesem Moment noch nichts davon wissen konnte, wie lästig die Fahrt sich gestaltete ...) eine gute Pause in einer Wirtschaft im Zentrum Collioures:




Donnerstag, 21. Juni 2012

Jánovas: ein umsonst verlassenes Dorf

Von Linás de Broto aus viele Stunden in östlicher Richtung fahrend, ohne sich von den Pyrenäen zu entfernen, Straßen mit vielen Kurven und spektakulären Ausblicken: Wunderbar!

Auf der Fahrt durchs Tal des Flusses Ara kommt man, etwa 20 Minuten vor Aínsa, durch ein verlassenes Dorf, das man später von oben sieht:



Auf diesen beiden Photos ist kaum der Kirchturm des Dorfes zu erkennen. Auf der folgenden sind die Spuren besser zu erkennen, die vom Ort bleiben:


Es handelt sich nicht um eins der so vielen Dörfer, die aus welchem Grund auch immer verlassen wurden, sondern um einen besonderen Fall:

Jánovas war eins der Dörfer des Tals, die nach Plänen aus der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts einem großen Stausee weichen sollten. Ländereien und Häuser wurden enteignet - aber anschließend kam es nie zum Beginn der Ausführung des Stausee-Plans.

Die ganze Geschichte ist lang, sechs Jahrzehnte etwa dauert sie schon. Und es handelt sich nicht nur um eine Angelegenheit der Franco-Ära, sondern um eine solche, die ihre Fortsetzung im demokratischen Spanien findet. Bis Anfang dieses Jahrhunderts das ganze Projekt definitiv begraben wurde, Dank seiner Unvereinbarkeit mit gewissen europäischen Normen zum Umweltschutz.

Jetzt läuft die Rückgabe von Ländereien und Häusern an ihre ehemaligen Besitzer oder an deren Erben. Aber aus der Sicht der Nutznießer der Enteignungen jener Epoche (das heißt: die großen Energieunternehmen) dreht sich's darum, daß die alten Besitzer ihren ehemaligen Besitz von den derzeitigen Besitzern zurückzukaufen haben.

All diese Absurditäten sind ziemlich gut im Netz dokumentiert:
 y en otros sitios más, hasta en diferentes idiomas.

Ob all dies in einer Zukunft zur Wiederbelebung von Jánovas führt ... Wer weiß?

In diesem Sinn handelt es sich bei Jánovas um ein umsonst verlassenes Dorf.

Die Zeit zum Mittagessen naht. In einem Tal, in dem unten ein Fluß zu sehen und zu hören ist, scheint es einen idealen Platz zu geben. Aber das Verbot ist deutlichst:


(Zone heftiger Wasserstandsschwankungen
Es ist gefährlich, das Flußbett zu betreten)

Also gibt's keinen anderen Ausweg, um die Weinflasche und die Füße an diesem ersten Sommertag mit entsprechender Hitze zu kühlen: sich mit einer Quelle neben der Straße begnügen:


die freilich das Wasser so üppig sprudeln läßt, daß kein Wunsch offenbleibt:

Mittwoch, 20. Juni 2012

Via Tarazona nach Linás de Broto

Von Maderuelo (Prov. Segovia) aus über Soria auf die Pyrenäen zufahrend kommt man durch Tarazona (Prov. Zaragoza) und bemerkt am Ortseingang dieses Beispiel von Industriearchitektur, was den Entschluß zum Halten bewirkt:


Nach näherer Betrachtung der Ruine dieses Industriekomplexes, in seiner aktiven Zeit eine Mühle, Besuch des vor mehr als zwei Jahrhunderten erbauten Plaza de Toros (Stierkampf-Platz), nicht mehr benutzt als solcher, aber weiterhin von gewisser Originalität:


Zur Dämmerung Ankunft in dem kleinen Ort Linás de Broto (Prov. Huesca), in einem Pyrenäental in sehr gefälliger Umgebung liegend:


Trotz der abgelegenen Lage des Dorfes wird er von einem Autobus angefahren (Linie von Sabiñánigo nach Sarvisé und Ainsa), und in der - es muß betont werden: gut ausgestatteten und sauberen! - Haltestelle ist sein Fahrplan ausgehängt, eine nicht in ganz Spanien übliche Transparenz:


Einen schlimmen und traurigen Eindruck bietet dagegen dieser elektronische Informationsstand, der obendrein, trotz der Kosten für das dahinterstehende System, nicht funktioniert: